Leseprobe aus: „Der Abfallkönig“ von Doris Kengelbacher

«Der König liebte die Gesellschaft von Menschen. Er war gar nicht gerne allein. Deshalb lud er immer wieder alle ein, egal, ob arm oder reich. Alle durften in sein Schloss kommen und mit ihm Kaffee trinken und feinen Kuchen essen, Musik hören oder manchmal sogar ein Theaterstück geniessen. 

Die Menschen brachten ihrem König zu diesen Gelegenheiten Geschenke mit, einige ganz grosse, aber auch viele kleine. Schön eingepackt in glänzendem Papier, mit Schleifen und Zetteln daran, auf denen zu lesen stand:

„Wir haben dich lieb, König“ oder „Danke für die Einladung“ oder „Du bist der beste König auf der ganzen Welt“ usw.

Der König freute sich natürlich über die wunderschönen Sachen und bedankte sich stets überschwänglich bei seinen Gästen.

Aber mit der Zeit hatte er einfach keinen Platz mehr für die vielen Sachen und auch die Papierreste und Bändchen konnte er nirgends mehr unterbringen. Ebenso erging es ihm mit dem Abfall, der auf dem Schloss tagtäglich anfiel. Damals gab es nämlich noch keine Mülltonnen und so hatte der König eines Tages die Idee, den ganzen Müll einfach aus dem Fenster zu werfen, damit sein Schloss wieder sauber würde.

Die Menschen im Land hatten bei sich zu Hause alle das gleiche Problem mit dem Müll und als sie sahen, dass der König alles zum Fenster hinauswarf, dachten sie sich, es wäre schon recht, den Müll ebenfalls aus dem Fenster zu kippen, und machten es ihm nach …»

Und wie die Geschichte weiter geht, erfährt man im Kinderbuch von Doris Kengelbacher. Ein Buch nämlich, wo Kinder viele Fragen stellen, weil das Abfallproblem des Königs und wie er es gelöst hatte, die Neugierde eines jeden Kindes weckt. Dieses von Künstlerhand illustrierte Buch ist in der Tat ein kleines Wunderwerk. Der König in dieser wundersamen Erzählung schliesst Kinderherzen in sein Abfallproblem ein. Schliesslich hat ein König zu ihnen gesprochen und nicht irgend jemanden …